Mundartabend mit Kawuschke und Kunzenpeter (18.05.2011)

Kawuschke und Kunzenpeter treffen sich in Luckau

 

Einen recht amüsanten Abend konnten kürzlich die Mitglieder und Freunde des Luckauer Heimatvereins erleben. Alde Kawuschke (mit bürgerlichem Namen Dr. Hans-Joachim Jänsch aus Klein-Radden, seit  25 Jahren zeitweiligem Wohnsitz in Radebeul) und Kunzenpeter aus Knip´sdorf  (exakt Knippelsdorf  bei Dahme) trafen sich am Stehtisch bei einem Schoppen Luckauer Weines und fachsimpelten über die Besonderheiten der Niederlausitzer und Fläminger Mundart.

In witzigen Dialogen wurden Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Dialekte erklärt.

Dabei gab es Themen wie Haus und Hof, Flora und Fauna (Originalton  Alde Kawuschke: nicht zu verwechseln mit „Flora und Jolante“). Denn wer weiß schon westlich vom Spreewald, dass Lobodda die Melde ist,  Modratzchen Kornblumen oder Schischken Kienäpfel sind? Dafür hat sich die verfluchte Päde oder Pädewinde (Quecke) aus dem Fläming auch bis in die Niederlausitz verbreitet und der Kriensch (Ginster) gedeiht hier wie dort. Die fleißigen Ameisen heißen beim einen „Pißmiezen“ und beim anderen „Pißmieren“. Mit dem Namen Mollhiepere-Bomse (Maulwurfshaufen-Bonbon) konnte aber der Niederlausitzer nichts anfangen, obwohl er die Kokosflocken aus der Kinderzeit bestens kennt. Und so ging es munter fort mit der Erklärung von Landschafts-, Dorf- und Flurnamen. Zum Beispiel wurde der Name Lausitz von Kunzenpeter auf folgende Weise „erklärt“:

Ich dachte immer, das würde von „lau sitzen“ kommen, weil ihr so sparsam seid. Habe ich irgendwo gelesen: Der alde Niederlausitza is spoarsam: Der at Kohle unga Acka, Olz in die Eede, Gas in Kella und sitzt mit dicke Strickjacke an Kacheloben und wermt den.

 

Harry Müller als Vorstandsvorsitzender beschrieb nach 75 Minuten Kurzweil die Gefühlslage

der Anwesenden passend: Mit diesem informativen und gelungenen „Streitgespräch“ bekam er einen Herzenswunsch erfüllt und er wünschte sich eine Fortsetzung.

 

Vielleicht kann der Luckauer Heimatverein daraus eine Serie von Mundartabenden ins Leben rufen.

Denkbar wäre auch als nächster Treffpunkt die Flämingstadt Dahme. Gibt es doch auch hier eine kleine Gruppe, die unter Leitung des Chronisten Christian Henkert die dortige Mundart pflegt.

Auch für die Spreewälder Mundartler könnte es interessant sein, zumal Kunzenpeter häufiger Gast beim Mundartkaffeklatsch in Lübben ist.

 

So könnte hier eine weitere anschauliche Form der Traditionspflege die Interessenten erfreuen.

[alle Schnappschüsse anzeigen]